IAG-Treffen vom 08.03.2025


 

Trotz des frühjahrshaften und sonnigen Samstags fanden über 20 Cichlidenenthusiasten aus Deutschland und der Schweiz den Weg ins Hotel Sonnenhof in Thannhausen. 

Sie sollten die Anreise nicht bereuen, denn es wurde ihnen viel Interessantes und Wissenswertes im Rahmen der Kurzvorträge geboten. 

Ernst Sosna entführte uns danach mit zwei seiner Reiseberichte nach Südamerika. In seiner gewohnten informativen und fesselnden Art liess er uns an seinen Erlebnissen teilhaben.



Christian Hofer begrüsste alle Anwesenden und informierte kurz über die wenigen Aktualitäten, die sich seit dem letzten Treffen in der Cichlidenwelt ereignet hatten.

Im Anschluss berichtete Dieter Dühring über Amatitlania kanna. 

Die Art ist nahe mit Amatitlania nigrofasciata verwandt und lässt sich wohl bloss anhand der Anzahl Schuppen an der Schwanzwurzel von dieser unterscheiden. Die Typuslokalität der Art sind die San-San-Sümpfe im Departement Bocas del Toro in Panama. Allerdings ist die Art bis nach Costa Rica zu finden. Sie ist als gefährdete Art eingestuft und wird auf der roten Liste der gefährdeten Arten geführt. Dieter erzählte von seinen Erfahrungen mit der Nachzucht der Amatitlania kanna und deren Pflege.


Thorsten Grigo brachte uns Amphilophus citrinellus näher.

Fische mit Charakterköpfen, die er seit vielen Jahren pflegt und die ihm ans Herz gewachsen sind. Seinen Erfahrungen nach sind es durchsetzungsfähige Cichliden, für deren Pflege ein grosses Becken benötigt wird. 

Allerdings haben sie in seinen Becken die Mitbewohner nie bis zum Letzten gejagt. Dies, entgegen ihrem Ruf als Raubeine.


Peter Reznicek erzählte uns, wie er sein Betonbecken durch ein Holzbecken in Ständerbauweise ersetzte und später auch noch ein zweites, grösseres Becken auf dieselbe Art und Weise erstellt hatte.

Dabei gab er seine mit den verschiedenen verwendeten Materialien gemachten Erfahrungen preis. Etwas handwerkliches Geschick ist jedoch für ein solches Projekt unumgänglich.


In seinem ersten Reisebericht nahm uns Ernst Sosna mit nach Venezuela.

Ein Land, das über unglaublich schöne und unterschiedliche Landschaftsformen verfügt. Welches allerdings aufgrund der politischen Isolation kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps steht oder diese Schwelle bereits überschritten hat.

In Venezuela gibt es endlose Ebenen nördlich und rasch wechselnde Abschnitte südlich des Rio Orinoco. 

Der Orinoco ist mit über 2000 Kilometer Länge der grösste Fluss im Land und teilt das Land nicht nur geographisch in zwei Hälften.

Nördlich des Orinoco, vor allem um die Hauptstadt Caracas herum, ist Venezuela relativ dicht bevölkert. Im Süden dagegen findet der Reisende ein eher menschenleeres Gebiet vor. 

In der Gran Sabana erheben sich majestätisch die Tepuis, die Tafelberge, auf deren Plateaus nach dem Glauben der Ureinwohner, die Götter zu Hause sind.

Wer in Venezuela reisen will, muss weite Strecken zwischen den einzelnen Stationen in Kauf nehmen, denn Venezuela ist ein weites Land. An vielen Stellen bedarf es allradgetriebener Fahrzeuge mit möglichst hohem Radstand. Und an die Unterkünfte dürfen nicht zu hohe Ansprüche gestellt werden.
Zum Schutz der Ureinwohner sind weite Landesteile im Südwesten für Besucher nicht zugänglich. Das Militär wacht allerorten im Land über Recht und Ordnung und auch darauf, dass der Drogenhandel aus dem benachbarten Kolumbien nicht herüberschwappt. An die allgegenwärtigen militärischen Strassensperren und Kontrollen muss man sich gewöhnen.
Über 80 % der gesamten Landesfläche entwässern über den Rio Orinoco in den Atlantik. Wer glaubt, aufgrund dessen überall die gleichen Fischarten anzutreffen, muss sich eines Besseren belehren lassen.


Nach diesen geballten Informationen war eine Stärkung in Form eines deftigen Abendessens angesagt.


Nach dem leckeren Abendessen entführte uns Ernst Sosna nach Bolivien.

In seinem Vortrag mit dem Titel "Bolivien 2.0" zeigt er uns ein Land mit vielen unterschiedlichen Schönheiten.

Wie er selbst sagt, gibt es in Lateinamerika Länder, die zu groß und vielgestaltig sind, um sie mit einem einzigen Besuch zu erfassen. Andere sind zu schön, um sie nur einmal gesehen haben zu wollen.
Diese Aussage trifft für ihn auf Bolivien zu. So ist es nicht verwunderlich, dass er Bolivien sechs Jahre nach seinem ersten Besuch ein zweites Mal besuchte.

Ernst nahm uns mit zum größten Salzsee der Welt nach Uyuni, in die gebirgige Region des Amboro National Parks von Samaipata und nach Villa Tunari, einer Stadt zwischen den östlichen Anden und dem Regenwaldtiefland. Die Erlebnisse auf dieser Reise waren eine Fortsetzung der positiven Eindrücke, die Ernst von Bolivien bereits auf seiner ersten Reise gewonnen hatte. 

Seine Begeisterung für diese Land konnte man spüren und wurde dadurch Teil der Reisegruppe.

Vielen Dank Ernst, dass wir an deinen Erlebnissen teilhaben durften.


Im Anschluss an die Vorträge fanden angeregten Diskussionen statt. Wie üblich fand der Eine oder Andere erst in den frühen Morgenstunden ins Bett.


Am Sonntagmorgen fand die Regionale Fisch- und Pflanzenbörse des Aquarienvereins Krumbach zusammen mit der IAG statt.

Möglicherweise hielt das schöne Wetter oder die zeitgleich stattfindende Messe Aqua-Fisch die ansonsten zahlreichen Besucherinnen und Besucher ab. Auch wurden gefühlt in weniger Becken Fische und Wirbellose zum Verkauf angeboten.

Dennoch war das Resümee der Anbieter durchaus positiv - das Interesse speziell an süd- und mittelamerikanischen Cichliden war spürbar gestiegen.  

Ich drücke die Daumen, dass die Züchterinnen und Züchter beim nächsten Mal wieder mit mehr Andrang belohnt werden.


Das nächste IAG-Treffen findet am 11.10.2025 statt.